Von der Kunst, mich zu lieben
Eine Auslegung des biblischen Hauptgebotes
 
Rev. Fischer, Georg SJ / Prof. Knut Backhaus
Austria


Kunst

Kunst erfüllt die Schöpfung, weit mehr als uns bewußt ist.

– Vor Jahren konnte ich hier an der Westseite der Kirche im Sommer Schwalben beobachten, die mit akrobatischer Behendigkeit in der Luft ihre Manöver vollzogen, gemeinsam, im Zentimeter-Abstand; keine militärische Kunstflugstaffel kann sich mit ihrer Präzision und Leichtigkeit darin vergleichen.
– Kunst ist selbst auf mikroskopisch kleiner Ebene zu beobachten: Die perfekte Ordnung der Silizium-Kristalle, Grundlage für die Anfertigung von Chips und Computern, basiert auf einem harmonischen Schwingen der Silizium-Atome; ihre absolute Gleichmäßigkeit dabei wird nicht einmal von den besten Synchron-Schwimmerinnen erreicht.
– Auch im Großen ist Schöpfung wunderbar: Nehmen Sie den Talschluß hier, mit der herrlichen Spitze der Vallüla, oder gleich im nächsten Tal die Madrisa; von Form, Aufbau und Zeitdauer überragen diese und andere Berggestalten, noch dazu jede in ihrer Einmaligkeit, die größten menschlichen Bauwerke um ein Vielfaches. Selbst die Pyramiden verblassen völlig daneben.
Kunst erfüllt die Schöpfung. Wer dafür offen ist, kommt aus Staunen und Bewunderung nicht mehr heraus.

Wir als Menschen nehmen teil an dieser wunderbaren Schöpfung, und d.h.: Unser Leben ist nicht weniger kunstvoll!

– Menschsein hat zuinnerst mit Kunst zu tun, auch wenn diese Dimension im Alltag oft verschüttet ist, in den Anforderungen, der Hektik, der Oberflächlichkeit untergeht.
– Menschsein hat zuinnerst mit Kunst zu tun, selbst wenn manche diesen Aspekt nicht sehen oder gar bewußt verdrängen wollen:
Wer kennt nicht Vorgaben der Verwaltung, Drängen nach Leistung, Planen mit Menschen wie mit Zahlen, bei denen der Druck zur Gleichförmigkeit und zur Vermassung die Individualität jedes einzelnen Menschen geschweige denn seine unantastbare Würde kaum ernst zu nehmen vermag.

Noch aber halten einige diesen Aspekt der Kunst wach:

– Handwerker haben hier im Montafon und anderswo, früher schon und bis heute, Wertvolles und Schönes geschaffen. Denken Sie an die kostbaren, hübschen Trachten der Frauen, ihre Stickereien, oder an Tische mit Mosaik-Einlagen, wunderbare Schnitzereien auch an manchen Häusern, oft in jahrelanger Handarbeit gefertigt.
– Künstler aller Richtungen erinnern unablässig, daß das Leben aus mehr als Geld und Essen besteht. Musik vermag unser Herz zu bewegen, sogar wenn sie nicht von der perfekten Qualität wie bei der Schubertiade oder den Bregenzer Festspielen ist. Zeichnungen können neue Sichten und Einsichten vermitteln, und die Sprachkünstler, die Dichter, führen uns vor, wie geheimnisvoll und rätselhaft auch jenes Instrument ist, das wir täglich gebrauchen, die Sprache.

Diese Verantwortung, den künstlerischen Aspekt des Menschseins wachzuhalten, tragen nicht nur Handwerker und Künstler, sondern, wie ich hoffe, auch Theologen, und alle Glaubenden. Wie könnte jemand jemals vom höchsten Künstler - von Gott, mit seinem wunderbaren Werk der Schöpfung - recht reden, ohne selber sensibel für Kunst zu sein?

Unter den vielen Künsten gibt es freilich eine, die über das Gelingen unseres Lebens entscheidet, nämlich unsere Fähigkeit zu "lieben".
 

Lieben

Lieben ist ein Grundwort, letztlich nicht erklärbar mit Definitionen. Was Menschen damit meinen, kann führen

– einerseits zu Scheitern: man denke nur an die Scheidungsraten heute
– anderseits zu höchstem Glück, etwa bei einer gelingenden, freudig erfüllenden Beziehung
– und, so meist, zu allen möglichen Facetten dazwischen, jenen oft so verbreiteten Mischungen, mit Anteilen an Enttäuschung, tiefer Verletzung, Sehnsucht, hohen Gefühlen, Erwartungen ...
Versuchen wir eine Annäherung an das, was `lieben' ist, über Aussagen ("ich liebe Rosmarie, oder Hans, das Wasser, Haydn ..."), Erfahrungen und Vergleiche, so sehen wir darin eine grundlegende Zuneigung, fördernd, wohlwollend, aufbauend, ganz annehmend, die meist auf anderes gerichtet ist, wie Natur, Musik, Menschen, Gott – aber auf sich?

Von Selbstliebe zu sprechen, begegnet leicht dem Vorwurf des Egoismus, der abwertenden Beurteilung, sich gegenüber anderen zu bevorzugen. Gerade in christlichen Kreisen wird Selbstliebe oft geächtet, und daraus ergeben sich enorme Schwierigkeiten. Aus vielen Gesprächen weiß ich um Fälle, wo wirklich liebende Menschen sich selber kaum etwas zu gönnen wagen, weil Angst, Zweifel, Unsicherheit sie bewegen, ob das wohl auch richtig sei.

Nur ein Beispiel: In der Pflege kranker Angehöriger gehen manche völlig auf. Tagaus, tagein versehen sie monatelang ihren Dienst, ohne Unterbrechung oder Abstand, und werden dabei selber verzehrt, weil sie sich z.B. keinen freien Tag organisieren zu dürfen glauben.

Angesichts dieser konstanten - und weit verbreiteten - Probleme mit einer rechten Selbstliebe gilt es, diese Frage einmal nüchtern, unvoreingenommen zu betrachten. Dafür ist es wichtig, einen objektiven, neutralen Standpunkt außerhalb unserer selbst einzunehmen, der nicht von unseren eigenen Interessen geleitet und beeinflußt ist. Einen solchen bietet uns, neben anderem, auch die Literatur, darunter an erster Stelle die Bibel, Gottes Wort. Sie vermag wichtige Impulse zu geben, und sie ist frei von Parteilichkeit zu unseren Gunsten, weil sie lange vor uns entstanden ist.

Gerade für unser Thema der Liebe zu sich selbst enthält sie eine große Hilfe, in einem bekannten Text, dem sogenannten `Hauptgebot'. Es lautet (Markus 12,28-31):

Ein Schriftgelehrter fragte Jesus: "Welches Gebot ist das erste von allen?"
Jesus antwortete: "Das erste ist: `Höre, Israel! Der Herr, unser Gott, der Herr ist einer, und du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!'   Das zweite ist dies: `Du sollst lieben deinen Nächsten wie dich selbst!' Größer als diese ist kein anderes Gebot."

Klar sind zwei Aufforderungen zum Lieben erkennbar, die erste auf Gott gerichtet, die zweite auf die Mitmenschen und ebenso auf sich selbst: "... wie dich selbst!"

Ich darf mich lieben. Ich darf mich lieben. Ja, ich soll, muß mich lieben, weil es mit meiner Fähigkeit der Hinwendung zu anderen zusammenhängt! Das Maß der wohlwollenden Annahme unserer selbst bestimmt nämlich wesentlich mit, wie wir uns anderen schenken können.

Wenn Jesus in diesem doppelten Hauptgebot der Liebe knapp den Kern der ganzen Heiligen Schrift zusammenfaßt, stützt er sich dabei auf das Alte Testament, das er gleich zweimal zitiert (Deuteronomium 6 und Leviticus 19). Altes und Neues Testament befinden sich dabei in Übereinstimmung und bezeugen gemeinsam eine Ausrichtung, die zuerst Gott und dann gleichermaßen anderen wie uns selber gilt. In vollem Einklang mit der seit den Anfängen göttlichen Offenbarens entstehenden biblischen Botschaft befreit uns Jesus für immer und unaufhebbar von allen Ängsten oder Zweifeln, daß wir uns nicht auch selbst lieben dürften. Wer aber ist dieses Ich, dem unsere Zuneigung ebenso zuteil werden darf?
 

Das `Ich'

Philosophie, Humanwissenschaften und Medizin bemühen sich seit Jahrhunderten darum zu erkennen, was den Menschen, sein Ich ausmacht. Bei all den vielen Untersuchungen und Überlegungen, trotz DNA-Analysen, Gen-Tests, unzähligen Forschungen, Identitätserkennung über Stimm- oder Gesichtserfassung ... bleibt der Mensch ein Rätsel.

–"Was ist der Mensch?" lautet die staunend ausrufende Frage eines Psalms (Ps 8), daß dieses in der Welt so winzige Geschöpf Objekt göttlicher Sorge ist.
–"Was ist der Mensch?" heißt der Titel eines philosophischen Werkes von Emerich Coreth SJ, in dem er aufweist, daß eines seiner Wesensmerkmale gerade in der Fähigkeit zu fragen und damit auch in der Reflexion liegt.
–Was ist der Mensch?, diese Frage nach dem Eigentlichen des Menschseins und darin von unserem Ich beschäftigt auch uns immer wieder:
Was macht unsere Identität aus?  - der Paß? die Gene? die Zellen des Körpers? Gibt es etwas Bleibendes beim Wandel der Stimmungen, oder gar über die Grenze des Lebens, den Tod hinaus? Ist der Staub am Ende alles, was von uns bleibt?

Diese Frage verschärft sich noch viel mehr angesichts so mancher Abgründe:

Woher kommen dunkle Seiten, wie Verrat, Untreue, Verfolgung, Aggression?
Was ist bei psychischen Krankheiten, wenn Menschen plötzlich völlig verändert reagieren?

Hier bricht auf, was in jedem Menschen auch angelegt ist, nämlich ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Ebenen. Wir sind gewohnt, daß alles wie selbstverständlich, ohne Probleme funktioniert; Störungen gelten als Ausnahmen. Doch das Wunder liegt eher umgekehrt im `Normalen': Diese unglaublich komplizierten ineinander greifenden Prozesse, die einfachste Handlungen wie das Bewegen eines Fingers ermöglichen, übersteigen immer noch unser Begreifen.

Der Mensch, und auch jedes Ich, ist ein bleibendes Rätsel und Geheimnis, niemals aufzulösen in Systeme, Strukturen, gesellschaftliche Experimente, intellektuelle Konzeptionen.

Wir dürfen jedoch nicht bei diesem Ergebnis stehenbleiben und aufgeben. Es stellt nämlich nur eine Seite dar. Die andere Seite liegt in der Fähigkeit und sogar der Verpflichtung zur Selbsterkenntnis, die trotz einer bleibenden Rätselhaftigkeit bestehen bleibt. Ein Mindestmaß an Erkennen des eigenen Ich ist nämlich Grundlage und Voraussetzung dessen, daß wir überhaupt konkret, d.h. den realen Verhältnissen angemessen, lieben können. Wenigstens etwas über uns selbst zu wissen, hilft, daß wir einerseits unsere Kräfte gut einsetzen können und daß wir uns anderseits nicht dauernd überfordern.

Zu jedem Ich gehört, in aller Kürze (und unvollständig) angedeutet,

– eine Herkunft, aus der liebenden Verbindung von Frau und Mann, als vorausliegende, tragende Wurzel = ein Ursprung aus Liebe. Das Zeugen eines Menschen ist nicht nur ein physischer Vorgang; auch von daher stellen sich Fragen an das Erzeugen im Reagenzglas.
– ein Großwerden, in dem Ernährung, Erziehung, Sorge erfahren wurden = ein Wachsen mit Liebe; im Unterschied zum leidvollen Schicksal vieler Straßenkinder
– ein Körper, mit seiner eigenen Prägung, Lebendigkeit und auch Grenzen; vergleichen Sie z.B. die Beweglichkeit eines Kindes mit der eines Erwachsenen, oder das Körperempfinden eines Untergewichtigen mit jemand, der drei Zentner wiegt
– innerlich vielfältiges Bewegtwerden, durch Wahrnehmungen, Empfindungen, Planen, Bewerten, Sehnen, Wollen ..., das wir meist mit `Geist' zusammenfassen,
– und hinter dem allem steht nochmals etwas, was der Ausdruck `Seele' bezeichnet, der der bekannte Arzt und Vorstand der Psychiatrie in Ibk, Prof.Dr. Hartmannn Hinterhuber, kürzlich ein eigenes Buch gewidmet hat
– eine Reihe von Fähigkeiten und Begabungen
– das Stehen in vielen Beziehungen mit anderen, in einem sozialen Netz, usw. = ein Leben in Liebe, trotz all ihrer Begrenztheiten in den sozialen Bindungen

Die Suche nach dem, was unser Ich ausmacht, hat zwei Resultate ergeben:

Zum einen gehört zu jedem Menschsein eine ungeheure Weite und Vielfalt. Alle diese Aspekte realistisch wahrzunehmen und einzuschätzen bildet die Basis, sich und andere wirklich lieben zu können. Sich mit seinen Eigenheiten gut zu kennen ist grundlegende Voraussetzung dafür.

Zum anderen sticht eine dreifache Wiederholung hervor: "Ursprung in Liebe, Wachsen in Liebe, Leben in Liebe" – bei all den mit diesem Wort verbundenen Einschränkungen und Mischformen - kennzeichnen in der Regel menschliche Existenz. Das bedeutet, daß jedes Ich sich vielfach zuvor geliebt findet, bevor es selber bewußt zu lieben beginnt. Es gibt einen Text in der Bibel, der solche zuvorkommende Annahme durch Gott ausdrückt (Jeremia 31,3):
"Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt."

Angeredet ist hier im Bild einer Frau die Gemeinschaft. Diesen Menschen gilt seit allem Anfang und auf Dauer (`ewig') Gottes herzliche und intensive Zuneigung. Die Wiederholung der Wurzel `Liebe, geliebt' unterstreicht ganz stark diese göttliche Zuwendung. Die Zusage Gottes gilt aber nicht nur den Gläubigen damals, sondern bleibend allen Menschen, die sie annehmen und sich auf ihn einlassen wollen.

Jedes Ich, lange bevor es selbst etwas zu unternehmen anfängt, ist also getragen von dieser doppelten Liebe, der Gottes und anderer Menschen. Und jedes Ich ist gerufen,
sich anstecken zu lassen von solcher Liebe,
von anderen diese Kunst zu lernen,
diese Kraft auch in sich zuzulassen
und sie anderen wieder weiterzuschenken.
Die jedem menschlichen Leben von Anfang an mitgegebene Liebe ist wie eine Initialzündung, die das Ich entflammen soll zu ähnlicher Hingabe.
 

Die Stellung zu mir selbst

Ob ein solches Entzündetwerden in Liebe bei einem Menschen erfolgt, hängt an vielen, oft kleinen Schritten, die aber insgesamt alle auf die eine Frage zielen: Mag ich mich?

Mag ich mich? Kann ich mich annehmen, wenigstens grundsätzlich oder weitgehend, so, wie ich bin, mit all den oben gesehenen vielfältigen Facetten, mit Schwächen und Stärken, bis hin zu dunklen Seiten?, - die Antwort auf diese Frage bestimmt ganz wesentlich auch über unser Vermögen, anderen liebend zu begegnen.

Die Einstellung zu uns selbst ist ein Schlüssel für das Gelingen unseres Lebens. An ihr hängt auch ganz wesentlich, ob wir zufrieden werden. Meist gibt es hier, ebenso wie bei der Liebe, Mischungen von Annahme und Ablehnung, mit wechselnden Anteilen je nach Stimmungen und Erlebnissen. Ich möchte im Folgenden einige Faktoren ansprechen, die großen Einfluß auf unsere Stellung zu uns ausüben:

– Es sind einmal die Erwartungen und Ansprüche, die wir an uns hegen. Sie bilden eine Art Meßlatte, an der wir uns orientieren. Legen wir sie dauernd zu hoch, fühlen wir uns als Versager. Liegt sie zu niedrig, bleiben wir hinter unseren Kräften und Möglichkeiten zurück und verspüren Leere. Sich zu lieben bedeutet, aus dem Wissen um die eigenen Fähigkeiten das rechte Maß anzulegen, das sowohl fordert als auch Freiraum läßt.
– In Verbindung mit diesen Zielen gibt es Steuerungsmechanismen. Manche wollen sich dauernd noch weiter verbessern, geben sich nie zufrieden und finden immer wieder neue Kritikpunkte an sich, selbst wo andere längst erfreut oder begeistert sind; das Erreichte genügt ihnen nie, und so werden sie dauernd weitergetrieben, ohne sich einmal ruhig sagen zu können: "Es reicht, und ich darf es so gut sein lassen." Auf der anderen Seite stehen solche, die sich selber gehen lassen, das eigene Ich völlig verhätscheln, sogar in seinen Verkehrtheiten: Wer Süchten freien Lauf läßt, ohne kontrollierend einzugreifen, liebt nicht sein Ich, sondern die es zersetzenden Triebkräfte. Mich mögen heißt einzugreifen, wenn wirklich Bedarf besteht.
– Dann liegt sehr viel daran, wem wir den Vorzug geben, nämlich, ob wir aus einer grundsätzlich annehmenden Weltsicht dem Vertrauen und einem offenen "Ja!" den Vorrang gewähren, oder ob wir im Tiefsten Mißtrauen und Zweifel hegen. Im letzten Fall bewegen wir uns so, als ob wir ständig gegen den Fluß schwimmen - jenen großen Strom der Wirklichkeit, der dauernd neu Leben in einer Vielfalt und überreichen Fülle schafft; im ersten Fall, wenn wir dem Ja und der inneren Annahme zuneigen, erfahren wir darin aufbauende Kraft, die sogar heilend wirken kann. Aus ihr wachsen Einsatz, Motivation und Wille dazu, und auch Hingabe.

Sich zu mögen hängt wesentlich an diesem vertrauenden Wagnis eines grundsätzlichen Ja.

– Noch ein Letztes: Für die Einstellung zu sich selbst tut eine gewisse Distanz zu uns gut. Ich möchte dafür zwei Beispiele anführen; Humor und Verzeihen: Wer über sich lachen kann, merkt, wie lockernd das wirkt, bis ins Körperliche hinein. Im Lachen können wir nämlich gleichzeitig erfahren, daß etwas nicht ideal ist und trotzdem so sein darf.

Und das zweite, das Verzeihen auch uns selber gegenüber, übertrifft den Humor noch in der befreienden Wirkung, weil es viel tiefer geht. Liebe zu sich selbst erfordert, gegenüber schädlichen Einflüssen aus der Vergangenheit Schlußstriche zu ziehen, dabei auf Abstand zu gehen.

An diesen Faktoren, die alle auch über die Einstellung zu uns selbst und darüber, ob wir uns mögen, mit bestimmen, ist bereits deutlich geworden, daß vielfach Unterscheidung und Balance gefordert sind. Das liebende Umgehen mit sich selbst stellt sich so wahrlich als eine Kunst dar, die ein feines Ausgleichen und Abstimmen beinhaltet.

Auch bei diesem Schritt, der Einstellung zu uns, mag uns ein Wort der Schrift hilfreich sein (Kohelet 9,7):

"Gott hat längst Wohlgefallen an deinem Tun!"

Vor dieser Feststellung ging es darum, daß der Mensch in Freude und Frohmut essen und trinken soll. Der tiefste Grund für solche Lebensbejahung liegt darin, daß Gott schon zuvor uns angenommen hat (`Wohlgefallen'). Dieses biblische Wort kann allen Ermutigung sein, die an sich zweifeln und die sich mit einem Ja zu sich schwertun. Wenn Gott bereits längst Freude an uns hat, wie sollten wir da ängstlich oder ablehnend durchs Leben gehen?

"Kenne ich mich?" und "Mag ich mich?", diese beiden Fragen bilden zusammen ein feines und hoch sensibles Regelungssystem, das auf weite Strecken unser Denken und Handeln beeinflußt. Gemeinsam bereiten Erkenntnis und Einstellung uns dafür, daß wir wirklich lieben können.

Bevor wir uns dem zuwenden, wie solche Liebe zum Ich sich konkret vollziehen kann, gilt es, diesen Weg der Selbstliebe gegen mögliche Mißverständnisse abzusichern. Bereits zuvor, oben bei der Behandlung von `lieben', haben wir gesehen, daß die Liebe zu sich selbst im Rahmen und in Verbindung mit der Liebe zu Gott und den Nächsten zu sehen ist.

Will jemand sich lieben, so führt der Weg dazu - unausweichlich! - auch über unsere Nächsten. Sprüche wie "Geteilte Freude ist doppelte Freude" machen deutlich, daß im scheinbaren Verlust des Weggebens an andere eine noch größere Bereicherung zu uns zurückkommt.

Dieses im letzten, trotz allen Erkennens, rätselhaft bleibende menschliche Ich kann lieben, und sogar in hohem Maße. Es vermag über und aus sich hinauszugehen, seine ganze Kraft anderen zuzuwenden, und es bedarf dessen auch, damit es nicht, Gefangener seiner selbst, in sich stecken bleibt.

Wie steht es um die religiöse Dimension, die Liebe zu Gott? Dies wäre ein eigenes, abendfüllendes Thema. Nur soviel: Die prinzipielle Offenheit des Menschen, die Relativität alles Irdischen und vieles andere lassen begründet annehmen, daß Welt und Menschsein über sich hinaus auf Absolutes, Unendliches verweisen.

Diese verborgenen, tieferen Dimensionen werden sichtbar
in Werten wie Wahrheit, Ehrlichkeit, Schönheit,
in Erfahrungen wie Staunen, Sehnen nach Ewigkeit,
in Fragen nach dem Sein überhaupt oder nach Sinn.

Unsere Welt ist innerlich auf eine Beziehung zu außerhalb ihrer Stehendem, `Höchstem', oder, wie es in vielen Traditionen genannt wird, zu Gott, angewiesen. Ohne diese Beziehung ist alles und auch jedes Ich im letzten haltlos, leer und verkümmert.

So stehen wir vor dem Ergebnis, daß Menschsein fundamental durch seine Beziehungen zu Gott und der Gemeinschaft geprägt ist, ja, daß es ohne sie gar nicht angemessen zu begreifen ist. Der Weg der Liebe zu sich selbst, will er diese eigene Prägung ernst nehmen, führt also direkt dazu, auch Gott und die anderen zu lieben. Das biblische Hauptgebot ist so gesehen völlig logisch und natürlich, insofern es dem innersten Wesen des Menschen entspricht. Das Doppelgebot, Gott zu lieben und den Nächsten wie mich selbst, vereint alle drei grundlegenden Dimensionen des Menschseins und jedes Ich. Gott, Gemeinschaft und Ich gehören untrennbar zusammen und hängen aneinander.

Aber speziell als Theologe möchte ich betonen, daß gerade vom Glauben her die Liebe zu sich selbst geboten ist. Die Beziehung zu Gott fordert eine bejahende Annahme unserer selbst! Zugleich hoffe ich, daß mit der gerade erfolgten Klärung der mögliche Vorwurf einer einseitigen, nur auf das Ich ausgerichteten Betrachtung entkräftet ist. Somit können wir uns nun dem widmen, wo die Kunst des Liebens ihre höchste Prüfung findet: in ihrer Verwirklichung im Alltag.
 

Lieben konkret: Balancen

Mich zu lieben ist wahrlich eine Kunst. Wir haben bisher einige Voraussetzungen gesehen: Es ist wichtig, mich selber gut zu kennen, bei aller bleibenden Rätselhaftigkeit.
Ganz entscheidend ist weiters die Einstellung: Sich zu mögen, in der Tiefe einer grundlegenden Annahme, trägt alle folgenden Vollzüge der Liebe, und es fordert oft kluge Unterscheidung.

Nun aber geht es darum, wie diese Liebe zu mir konkret werden kann. Welche kleinen, praktizierbaren Schritte kann, darf und soll ich setzen? In meiner Erfahrung bilden Balancen einen Schlüssel dazu, angesichts der vielen Einflüsse, Beanspruchungen und Gefährdungen heute wieder zur Liebe zurückzufinden. Zur Verdeutlichung möchte ich zwei Vergleiche dazu bringen:

Wie im Sport, wo nach Anstrengungen die betreffenden Muskeln wieder entspannt und gedehnt werden sollen, oder wie im Spiel, wo es Gewinnen und Verlieren, Auf und Ab gibt, so auch im Leben und in der Liebe: Ausgleich, Achten auf das Gegenteil gibt uns das entschwundene Gleichgewicht zurück.

Der Gründer unseres Ordens, der Gesellschaft Jesu, der heilige Ignatius von Loyola, faßte diesen Zusammenhang in seinen berühmten Spruch "agere contra", auf deutsch `dagegen handeln', d.h. nicht nur den eigenen natürlichen Neigungen folgen, sondern verstärkt Aufmerksamkeit dem zu widmen, was schwerer fällt oder zu kurz kommt. Schauen wir uns an, worin eine solche Kunst der Selbstliebe bestehen kann:

– In einer Welt des "immer schneller" schenken wir uns mit Ruhe, Meditation, Langsamkeit das notwendige Bremsmoment, und damit eine Form der Liebe. Für jedes Formel-1-Rennauto sind scharf zugreifende Bremsen mindestens genauso wichtig wie der PS-starke Motor, sonst wird es aus der Kurve getragen - manche Menschen aber glauben, mit dem Ausreizen ihrer Leistungsfähigkeit ans Ziel zu kommen. – Fünf Minuten in Stille in einer Kirche zu sitzen, kann dabei für solche Menschen Wunder wirken.

– Wer ein extremes Sicherheitsbedürfnis hat, kann sich damit lieben, daß er zu wagen beginnt und gelegentlich Risiken eingeht. Dazu gehört auch, anderen Vertrauen zu schenken. Der Käfig der Absicherungen macht unfrei, ist wie ein Gefängnis um unser Ich. Er verhindert, daß wir durch mutigen Einsatz den wahren Wert unseres Lebens erfahren können. – Es muß nicht gleich Drachenfliegen, Brückenspringen oder Canyoning sein; doch ein wenig von Faszination und Abenteuer gehört mit zum Leben, und die Jugend weiß darum.

– Wer sein Leben mit Arbeit und Aufgaben anfüllt, für den können Lockerungsübungen und Phasen des Entspannens ein Zeichen der Liebe zu sich werden, das die einseitige Ausrichtung auf nur einen Aspekt an uns ausbalanciert. – Yoga oder Musikhören können dafür eine guten Ausgleich bieten.

– Hier im "Ländle" hat das Sparen einen hohen Wert. Wenn sich alles aber nur daran orientiert, sind wir in Gefahr, kleinlich und eng zu werden. Zum Sparen bedarf es notwendig auch des "Aus-Sparens" von Bereichen und Situationen, wo wir der Großzügigkeit und Weite Raum lassen, sonst verfallen wir leeren Automatismen. Mich lieben bedeutet, das Sparen sich nicht auf alles ausdehnen zu lassen, sondern diesem dauernden Rechnen Grenzen zu setzen. – Für jeden `Sparmeister' ist innerlich heilsam, wenn er gelegentlich andere einlädt oder etwas verschenkt.

– Wenn ich gewohnt bin, anderen Aufträge zu erteilen, dann gehört zur Liebe zu mir, öfter auch dienende Rollen einzunehmen. Wer nämlich immer nur anderen befiehlt, wird am Ende sich selber als einzigen Untertanen haben. – Welche Bereicherung ist es für einen Chef, die Welt einmal aus der Perspektive einer Tellerwäscherin oder eines arbeitslosen Stellensuchenden wahrzunehmen! Er wird ganz neu seinen Betrieb und sein Tun sehen lernen!

– Wessen höchstes Ideal Perfektion ist, dem tut die Erfahrung von `Chaos' gelegentlich gut. Sonst neigt er dazu, sich und anderen ständig Zwänge aufzuerlegen. Liebe zu sich selbst zeigt sich in diesem Fall darin, auch manches Unvollkommene sein zu lassen, oder nicht immer so aufzuräumen, daß Gäste sich schon beim Eintreten unwohl fühlen, weil sie den Eindruck haben, eine heilige Ordnung zu stören. – Hier kann das spielerisch-kindliche Verhalten unserer Kleinen uns Vorbild sein, wie es Heinrich Spaemann auch in seinem Buch "Orientierung am Kind" aufzeigt.

– Mich lieben heißt ebenso, eine Balance zwischen Bequemlichkeit und Herausforderung zu halten. Wer sich nie ein kaltes Nach-Duschen gönnt, versagt sich die wohlige Erfahrung, daß der Körper durch diese Anregung dann selber für längere Zeit größere Wärme produziert. Sich-Schonen führt so zum Sich-Schaden.

Die Liste dieser Beispiele ließe sich lange fortsetzen, und sie alle sind ebenso in der Gegenrichtung zu lesen:
Wer ständig nur bremst, der soll sich einmal dem Beschleunigen öffnen.
Wer meist anderen zu Diensten ist, darf ohne schlechtes Gewissen auch selbst eigene Wege gehen oder auf seinem Recht bestehen.
Wessen Wohnung ständig chaotisch aussieht, dem tut gelegentliches Aufräumen gut, usw.

Der entscheidende Punkt in dem allem ist, daß unser Ich im Laufe der Zeit sich tendenziell in einseitigen oder falschen Haltungen verfestigt und damit überhaupt in seiner Fähigkeit zur Liebe eingeschränkt wird. Nur das Bemühen, in der oben angedeuteten Weise ausgleichend solche Verhärtungen und Unfreiheiten auszubalancieren, vermag uns davor zu bewahren, daß, was einmal Liebe war, zu starren Schemata verkommt.

Diese Wahrheit steht auch hinter einem anderen markanten Ausspruch Jesu:
"Wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und des Evangeliums willen, wird es gewinnen." (Markus 8,35)

Diese Aussagen Jesu gelten zunächst in ihrer religiösen Bedeutung, haben aber auch eine allgemein menschliche Dimension: Das Sich-Festklammern am eigenen Leben oder an bestimmten Elementen darin ist der sicherste Weg, sie alle zu verlieren!

In dieser großen Herausforderung unseres Lebens, der Kunst, auch uns selber zu lieben, stehen wir nicht allein. Große Unterstützung erhalten wir dabei durch andere, die uns auf Wichtiges aufmerksam machen, dazu anregen und darin begleiten. Sie helfen uns, das Wagnis der Preisgabe des Alten, Vertrauten und scheinbar so Sicheren einzugehen und neu, vertieft, unser wahres Ich zu entdecken und zu lieben.

In dieselbe Richtung geht das ständige Angebot und die unverzichtbare Aufgabe des Glaubens, in seiner Ausfaltung in verschiedenen Bekenntnissen. Auch sie wollen uns frei machen von einem uns unterjochenden Zerrbild des Selbst und uns öffnen für unser echtes Ich, eine geliebte, liebende und liebenswerte Person. Darin liegt mit die bleibende Funktion der Religionen.
 

Früchte

Wir können nun die Ergebnisse des Gesehenen als Früchte zusammentragen. Zuvor noch eine Vorbemerkung: Alles, was wir bisher vom `Ich' gesprochen haben, läßt sich auch kollektiv verstehen, d.h. auf Gruppen und Gemeinschaften übertragen. Für sie gilt genauso dieser kunstvolle Weg der Selbstliebe, in Balancen und in der doppelten Ausrichtung auf Gott und andere.

Betrachten wir jetzt den bisher beschrittenen Weg:

Wir haben angefangen damit, daß Kunst die Schöpfung erfüllt. Unsere Welt und ebenso unser Alltag ist weit mehr kreativ, schöpferisch als wir üblicherweise wahrnehmen, und auch wir Menschen sind gerufen, der Kunst einen angemessenen Platz zu geben. Sie verleiht unserem Dasein die ihm eigentlich zukommende Leichtigkeit.

Die wichtigste Kunst besteht im lieben, jener grundlegenden Annahme, die sich in drei Richtungen entfaltet: zu Gott, den anderen Menschen und gleichermaßen zu mir; gerade letzteres, die Liebe zu mir, ist nicht nur erlaubt, sondern auch geboten, als Auftrag Jesu, der darin das Wesen der biblischen Botschaft zusammenfaßt. Eine gesunde, ausgewogene Selbstliebe ist berechtigt und sogar notwendig.

Voraussetzungen für jedes Lieben ist freilich eine rechte Wahrnehmung vom eigenen Ich. Auch wenn die menschliche Person im letzten Geheimnis und Rätsel bleibt, läßt sich doch vieles daran erkennen, was eine ausreichende Basis für reflektierte Vollzüge bildet. Bevor ein Mensch überhaupt selber zu lieben beginnen kann, ist er bereits von allem Anfang an mit der Liebe Gottes und anderer beschenkt.

Als so geliebte Person vermag jemand auch zu sich Stellung zu beziehen. Diese Einstellung zu sich entscheidet weitgehend über das Gelingen des Lebens und auch über unsere Zufriedenheit; wesentlich dafür sind Erwartungen und Ansprüche, Maß der Selbstkontrolle, ob wir einer bejahenden Annahme den Vorzug geben können sowie die Fähigkeit zur Distanz. All dies kann helfen, daß wir uns mögen.

Die Kunst, mich zu lieben, zeigt sich dann konkret in Balancen: Wer sich Gutes tun will, wagt, Einseitigkeiten, eingeschlichene Verfestigungen und andere Erstarrungen anzusehen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dies gibt neu Leben zurück und öffnet auch wieder für andere, in Vertrauen und Hingabe.

Ein solches liebendes Ringen mit sich trägt reiche Früchte:

– In den auch in sich selbst erfahrenen Kämpfen und Schmerzen wächst eine Solidarität mit anderen, eine Verbundenheit mit der ganzen leidenden Menschheit. Sie hält auch über die Zeiten hinweg an, in Wertschätzung derer, die vor uns gewesen sind, und in Verantwortung gegenüber den noch Kommenden.

– Gerade die Offenheit für den Aspekt der Kunst im eigenen Leben schenkt einen tiefen neuen Zugang zur Schöpfung und Harmonie mit ihr. Freude an der Natur und an allen Dimensionen des Menschseins sowie Empfindung für Schönheit und Wert begleiten liebende Menschen.

– Schließlich, zuletzt, und grundlegend alles umfangend: Die Liebe verbindet uns in großer Nähe zu Gott, dem alles in Liebe tragenden Ursprung. Im Lieben werden wir ihm ähnlich, und ebenso vereint `Kunst' uns mit ihm, dem höchsten und größten Künstler.
 

 

 

 

Impulse zu einem befreiten Leben
Entdeckungen mit biblischen Texten   (Workshop Montafoner Gespräche 28.9.2)

In Fortsetzung zum Vortrag "Von der Kunst, mich zu lieben" geht es um Vertiefung, Ausweitung und Aneignung dieses Themas in bezug auf die je persönliche Lebenssituati­on. Anregungen dazu sollen in drei Richtungen erfolgen: methodisch, inhaltlich und als mögliche Lesevorschläge für später.
 

1) Verstehend lesen

Die äußerst verdichtete Sprache der Bibel bedarf einer entsprechenden Auflösung in einem langsamen, mehrphasigen Prozeß. Dabei mögen die wiederholten Aufforderungen zum Hören (Dtn 4,1; 5,1; 6,3f ...) als Anstoß in dieser Richtung gedeutet werden.

Einige hilfreiche Schritte: (am Beispiel von Mk 12,28-34)
a) Situierung und Umgebung des Textes
b) Aufbau und Bewegung: Schemata, Wiederholungen, Dynamik
c) Gestaltung: Feinheiten, Besonderes
d) Aussage: Welche Werte, Überzeugungen, Botschaften will der Text vermitteln?

(Lit.: G.Fischer, Wege in die Bibel, Stuttgart: KBW 2000)

Aufnehmend-aufmerkendes Hören als heilsam erfahren, darin Neues entdecken und spüren, wie das eigene Ich sich öffnet, auch für andere
 

2) Impulse der Befreiung

Je nach Anliegen und Interessen der Teilnehmenden sollen für die persönliche Lektüre ansprechende, geeignete Bibelstellen ausgewählt werden. Auf die

Suche eines passenden Textes (im Gespräch mit der Leitung) soll folgen
eine Phase der Eigenarbeit, wenn möglich mit den oben eingeübten Schritten, und zusätzlich
eine Zeit der Reflexion auf mögliche Anwendung und Umsetzung im eigenen Leben.
Im Austausch können dann die Ergebnisse gemeinsam zusammengetragen werden, und
ein Rückblick soll Vorgehen und gewonnene Erfahrungen auswerten und nochmals vertiefen.

 

3) Einige schöne Texte

Erzählungen der Genesis, Berufung des Mose (Ex 3f), die Gemeinderegel (Lev 19), die Geistverteilung (Num 11), die Ermahnungen Moses (Dtn 6-11); Josuas Abschiedsrede (Jos 24); die Berufung der Eltern Simsons (Ri 13); Rut; Hannas Beten und Samuel (1 Sam 1-3); viele Psalmen (1, 8, 15f, 19, 23, 42f, 63 ...); bei den Propheten Jesaja 11; 35; 40; 43; 53-55; 61;  Jeremia 30f; Ezechiel 37; 47;  Hosea 11;  Joel 3; Jona, und viele andere mehr.